Einfluss der Herkunft des getankten Stroms

Die Klimabilanz von Elektro-Pkw hängt stark vom Strommix ab: Bei Nutzung zusätzlicher erneuerbarer Energie haben Elektrofahrzeuge in ihrer Klimawirkung deutliche Vorteile gegenüber konventionellen Fahrzeugen – sogar wenn diese Biokraftstoffe tanken.

Betreibt man Elektrofahrzeuge heute mit durchschnittlichem deutschem Strom, so wird ihre Klimabilanz trotz der zusätzlichen Batterieherstellung vor allem durch die nutzungsbedingten Emissionen in den Kraftwerken bestimmt. Dabei ist der eingesetzte Kraftwerkspark ein entscheidender Einflussparameter: Müssen z.B. neue Kraftwerke gebaut werden, um die zusätzliche Stromnachfrage durch Elektrofahrzeuge zu befriedigen, führt dies im Fall von Steinkohlekraftwerken zu einer deutlich höheren Klimawirkung über den Lebensweg (siehe Abb. 1). Gleiches gilt, wenn sich durch den zusätzlichen Strombedarf die Auslastung alter und ineffizienter Kraftwerke erhöht. Werden dagegen für die zusätzliche Stromnachfrage von Elektrofahrzeugen moderne Gaskraftwerke gebaut, verbessert sich die Klimabilanz.

Abb. 1: Die Klimabilanz von Elektromobilität hängt entscheidend vom verwendeten Strom ab.

Elektrofahrzeuge erlauben zudem den Einsatz zahlreicher erneuerbarer Energieträger im Verkehr, die bisher nicht zur Verfügung standen. Damit verbessert sich die Klimabilanz erheblich, da die Nutzung dann fast keine CO2-Emissionen verursacht. Entscheidend für die Anrechnung des erneuerbaren Stroms in der Bilanz des Elektrofahrzeugs ist jedoch, dass es sich um zusätzliche Anlagen handelt, die ohne den Betrieb von Elektrofahrzeugen nicht installiert worden wären.

Abb. 2: Vergleich der Klimabilanz von batterieelektrischen und konventionellen Fahrzeugen. Die Bilanzen der Elektrofahrzeuge sind für verschiedene Strommixe, die der Verbrennungsfahrzeuge für konventionellen und durchschnittlichen Biokraftstoff dargestellt.

(IFEU 2011)

In diesem Fall ist die Klimabilanz von Elektrofahrzeugen auch deutlich günstiger als die von konventionellen Fahrzeugen, die Biokraftstoffe tanken (siehe Abb. 2). Denn durch landwirtschaftliche Prozesse sind mit der Bereitstellung von Biokraftstoffen in der Regel eine relevante Klimawirkung und auch höhere Umweltwirkungen im Bereich der Versauerung und Eutrophierung (z.B. durch Düngung) verbunden. Weiterhin kommt es zu Nutzungs- und Flächenkonkurrenzen, die bei der Erzeugung erneuerbaren Stroms kaum eine Rolle spielen.