Einfluss der Fahrzeugnutzung

Elektro- und Verbrennungsfahrzeuge haben unterschiedliche ökologische Stärken und Schwächen. Elektrofahrzeuge spielen ihre Effizienzvorteile vor allem im Stadtbereich aus, wo auch ihre geringe Reichweite kein gravierender Nachteil ist.

Elektrofahrzeuge, die vornehmlich im Stadtbereich eingesetzt werden („City Pkw“), können zusätzliche Effizienzvorteile gegenüber einer Nutzung bei durchschnittlichem Fahrprofil („Standard-Pkw“) erzielen (siehe Abbildung). Dies liegt vor allem daran, dass im Stadtbereich in der Regel nur ein Bruchteil der maximalen Motorleistung abgerufen wird; dieser Betriebszustand ist bei Verbrennungsfahrzeugen besonders ineffizient. Bei Elektrofahrzeugen haben dagegen in einem weiten Leistungsbereich hohe Wirkungsgrade.

Als Beispiel wird im Folgenden ein kleiner Stadt-Pkw mit einer entsprechend niedrigeren Lebensfahrleistung von 120‘000 km angenommen (z.B. Zweitwagen). Weil die Umweltwirkungen der Herstellung einer Batterie nicht von der Fahrleistung des Autos abhängen, sind die batteriebedingten Umweltwirkungen unter diesen Annahmen pro gefahrenem Kilometer relativ hoch. Trotzdem liegt hier die Klimawirkung etwa 17 % niedriger als beim Otto-Pkw und ist etwa vergleichbar mit dem Diesel-Pkw.

Klimabilanz von batterieelektrischen Fahrzeugen gegenüber Otto- und Dieselfahrzeugen für ausgewählte Nutzungsmuster. Ein kleiner City-Pkw (Laufleistung 120‘000 km) und ein großer Gewerbe-Pkw (200‘000 km) sind den entsprechenden Standardfahrzeugen (150‘000 km) gegenüber gestellt. (IFEU 2011)

Die absolute Klimabilanz des City-BEV ist pro Kilometer aufgrund der niedriger angenommen Lebensfahrleistung jedoch ungünstiger als beim kleinen Standard-Pkw, da Fahrzeug- und Batterieherstellung auf weniger Fahrleistung abgeschrieben werden. In gewerblicher Nutzung (Taxi, Kundendienst etc.) sind auch höhere Fahrleistungen im Stadtbereich denkbar. Das Beispiel eines großen BEV mit 200.000 km Lebenslaufleistung zeigt dementsprechend einen deutlichen Vorteil, sogar gegenüber dem Diesel-Pkw (8 %).

Die wesentlichen Parameter einer günstigen Klimabilanz von Elektrofahrzeugen aus der Nutzungsperspektive sind daher städtische Nutzung und hohe Fahrleistungen. Dementsprechend werden bei städtischer Nutzung die zusätzlichen Treibhausgasemissionen der Batterieherstellung gegenüber Otto-Pkw bereits ab etwa 50.000 km kompensiert, bei durchschnittlicher Nutzung jedoch erst bei 90.000-100.000 km. Gegenüber Diesel-Pkw ergeben sich für ein City-BEV Vorteile ab etwa 100.000 km.